Grundplatte Messvorrichtung

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In diesem Praxisbeispiel wird die Grundplatte einer Messvorrichtung spezifiziert. Es werden zwei Varianten mit geringfügigen Unterschieden vorgestellt, wobei die zweite Variante höhere Anforderungen an die Spezifikation stellt.

Beim Kauf dieses Produkts erhalten Sie ein Video (Step-by-step-Guide) sowie eine PDF-Datei.

Beschreibung

Spezifiziert wird die Grundplatte einer Messvorrichtung.

Ein funktionelles Bezugssystem muss definiert werden und das Lochmuster zur Befestigung der Werkstückträger soll möglichst präzise beschrieben werden.
Hierfür werden mehrstufige Elementgruppenspezifikationen verwendet.

In Variante 2 wird ein Bezugssystem beschrieben welches im Gegensatz zur Variante 1 nicht aus Langlöchern sondern nur aus Bohrungen besteht . Dies führt beschreibungstechnisch zu Herausforderungen, welche die Anwendung der neuesten Spezifikationselemente (Situationselemente, Bezugssystemidentifikator) aus
ISO 5459:2024 notwendig machen.

Dauer Erklärvideo: Ca. 39 min.

Varianten: Ja – 2 Varianten

Schwierigkeitsgrad: Variante 1: Eignung 1-2 | Variante 2: Eignung 2-4

 

Beschreibung des Schwierigkeitsgrades bzw. Eignung für den Anwender:

1 – Der Anwender besitzt elementare Grundkenntnisse, hat aber die ISO GPS noch nicht häufig in der Praxis angewendet und möchte erste „Gehversuche machen“.

2 – Der Anwender besitzt Grundkenntnisse, hat aber Unsicherheiten bei der Anwendung der ISO GPS und möchte sich generell sattelfester machen. Punktuell werden „speziellere bzw. komplexere“ Modifikatoren (diese werden in der Ausschreibung dann in der Regel aufgeführt) angewendet..

3 – Der Anwender besitzt gute Kenntnisse, kann häufig verwendete ISO GPS Werkzeuge bereits problemlos anwenden und möchte punktuell anhand typischer Funktionsbeschreibungen, welche in der Regel auch produktspezifisch sind (z.B. Rasthaken an einem Kunststoff- Spritzguss-Teil, speziellere Bohrmuster, also Elementgruppen usw.) in dem Beispiel verwendete (also in der Beschreibung ausgeschriebene) Modifikatoren (z.B. nur-Richtung oder bestimmte Kombinationen der Maßtolerierung, sowie SIM oder ähnliches), sein Wissen weiter vertiefen.

4 – Der Anwender besitzt sehr gute Kenntnisse, arbeitet schon lange Zeit mit ISO GPS und möchte sehr spezielle Anwendungen bzw. Modifikationsoperationen, welche in der Regel auch komplexere funktionelle Anforderungen und Produkte beschreiben, kennen lernen. Hierfür werden z.B. Situationselemente, Referenzelemente, Filterangaben usw. benötigt.

Verwendete Spezifikationsmodifikatoren

Neben den häufig verwendeten Werkzeugen (Profil, Position, Bezüge usw.) wurden folgende Operatoren verwendet:  

  • Hüllbedingung (Prüfgrundsatz nach Taylor)
  • GX Modifikator – Größtes einbeschriebenes Größenmaß größtes oder maximal einbeschriebenes Element
  • CZ Modifikator – kombinierte Zone
  • SZ Modifikator – getrennte Zonen
  • Einschränkende Spezifikation
  • >< nur für Nebenbedingungen der Richtung (Nur-Richtungs-Modifikator)
  • Gemeinsamer Bezug
  • Bezugsstellen
  • DV – veränderlicher Abstand (Distance variable)
  • Einfache mehrstufige Elementgruppenspezifikation (z.B. SZ CZ)
  • Situationselemente (z.B.[SL])
  • Bezugssystemidentifikator (z.B. DS1)

Normen

Folgende Normen sind hilfreich bzw. wurden verwendet:

  • ISO 1101         Geometrische Tolerierung – Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf
  • ISO 129-1        Technische Produktdokumentation (TPD) – Angabe von Maßen und Toleranzen
  • ISO 14405-1    Dimensionelle Tolerierung – Lineare Größenmaße
  • ISO 14405-2    Dimensionelle Tolerierung – Andere als lineare oder Winkelgrößenmaße
  • ISO 22081        Geometrische Tolerierung – Allgemeine geometrische und Größenmaßpezifikationen
  • ISO 5458          Geometrische Tolerierung – Elementgruppen und kombinierte geometrische Spezifikation
  • ISO 5459:2024 Geometrische Tolerierung – Bezüge und Bezugssysteme

Zusätzliche Informationen

Es handelt sich nicht um eine vollständige Spezifikation. Z.B. werden folgenden Themen nicht behandelt:

  • Kanten undefinierter Gestalt (ISO 13715)
  • Oberflächenanforderungen (ISO 1302 bzw. ISO 21920)
  • Erforderliche Angaben in einem Schriftfeld (ISO 7200)